Adrenalin-Junkies ohne Rand und Band

Braucht es eine verpflichtende Zusatzversicherung auf Extremsportarten?

Ein Kommentar von Professor Dr. Frank Daumann

Schwimmen, Radfahren oder einen Marathon zu bestreiten, das reicht vielen heutzutage nicht mehr. All diese gängigen Sportarten können auch mit erhöhtem Risiko ausgeübt, also als „Extremsport“ betrieben werden. Immer mehr Sportler erliegen heute diesem Reiz des Adrenalins früher und betreiben Wildwasserschwimmen, Free-Solo-Climbing oder Base Jumping. Auch beim Wandern werden immer höhere Risiken eingegangen – so versuchte sich ein amerikanischer Vater erst kürzlich mit seinem neunjährigen Sohn und seiner elf Jahre alten Tochter am Mont Blanc, um sie zu den jüngsten Besteigern in seiner Geschichte zu machen und brachte die beiden damit auf 3.700 Metern Höhe in Lebensgefahr.

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Sollte Doping im Leistungssport freigegeben werden?

Ein Kommentar von Professor Dr. Frank Daumann

Der neue Doping-Bericht über die Verwicklung bundesdeutscher Institutionen in die Erforschung von Dopingmitteln, der Fall Armstrong, die Forderungen einiger Parteien usw. zeigen, daß das Thema Doping wieder brandaktuell ist. Sieht man einmal von den Doping-Skandalen ab, so zeigen empirische Studien, daß im Leistungssport vermutlich mindestens ein Viertel der Athleten dopt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob man Doping nicht freigeben sollte.

  1. Sind die Argumente für ein Dopingverbot überhaupt stichhaltig?

Wir wollen uns zu diesem Zweck zunächst einmal die drei wesentlichen Argumente anschauen, mit denen Dopingverbote gerechtfertigt werden: Doping beeinträchtige die Gesundheit, es sei unfair, und es beschädige die Vorbildwirkung des Sports.

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Sollte der Staat in den elektronischen Sport eingreifen?

Ein Kommentar von Professor Dr. Frank Daumann

Die letzte Spielemesse in Köln, die Gamescom, erfreute sich großer Beliebtheit. Dort konnten die etwa 250.000 Besucher bereits im August 2012 Computerspiele testen, die erst Anfang 2013 auf den Markt gekommen sind. So z. B. die neuste Erweiterung von Tomb Raider, FIFA 13, oder den dritten Teil von Assassins Creed. Wie sich daran und an der mehr als einer Million Nutzer sehen lässt, erfreut sich der elektronische Sport (eSports) großer Beliebtheit in Deutschland. Eine Anerkennung als Sportart durch den DOSB bleibt ihm aber bislang versagt, obwohl er eine dem traditionellen Sport ähnliche Organisation in sog. Clans (Sportvereinen) und Ligen aufweist und auch in anderen Ländern wie China oder Brasilien als Sportart gänzlich anerkannt wird. Begründet wird dies mit der tatsächlich – wenn man einmal von virtuellen Spielen wie mit der Wii absieht – fehlenden Ausübung motorischer Aktivitäten.

Da der eSports neben sicherlich manchen negativen Auswirkungen auch positive aufweist, stellt sich die interessante Frage, ob der eSports nicht sogar staatlich förderungswürdig ist.

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Muss der Muscle Drain unterbunden werden?

Ein Kommentar von Professor Dr. Frank Daumann

Felipe Santana, Michel Ortega, Nando Rafael oder Baba Rahman – die Namen dieser vier Spieler stehen für zahlreiche Fußballer, die aus Entwicklungs- bzw. Schwellenländer (hier: Brasilien, Kolumbien, Angola oder Ghana) stammen und in der ersten oder zweiten Fußball-Bundesliga für die hiesigen Vereine (Dortmund, Leverkusen, Augsburg und Greuther Fürth) antreten. Aus den Entwicklungsländern Afrikas oder den lateinamerikanischen Schwellenländern migrierte Fußballer, die in der deutschen Bundesliga, sowohl in der ersten Liga, als auch den unteren Ligen antreten, sind kein Ausnahmephänomen.

Aber nicht nur in Deutschland, auch in anderen europäischen Ländern, wie z.B. England oder Frankreich, spielen vermehrt ausländische Spieler. So erklärte der englische Mittelfeldspieler Steven Gerrard nach der Niederlage gegen Kroatien und dem damit verbundenen Scheitern in der Qualifikation für die Euro 2008: "I think there is a risk of too many foreign players coming over, which would affect our national team eventually if it's not already. It is important we keep producing players" (Kuper und Szymanski, 2009: 14).

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„Dick sein ist keine physiologische Eigenschaft – das ist eine Weltanschauung.“ (Tucholsky, 1920)

Ein Kommentar von Professor Dr. Frank Daumann

Betrachtet man die Entwicklung der Gesundheit der deutschen Bevölkerung, scheint eine solche Art der Weltanschauung, wie sie der große deutsche Spötter Tucholsky äußert, weit verbreitet zu sein: Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der DKV, die von der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) durchgeführt wurde und zum Ziel hatte, die gesundheitsbezogene Lebensweise der Deutschen abzubilden, ergab, dass lediglich 11% der 3.032 Befragten allen gestellten Anforderungen[1] an eine gesunde Lebensweise gerecht werden (Mensik et al. 2012). Als besondere Problemfelder, die einer gesunden Lebensweise im Wege stehen, werden dabei vor allem unangemessene Ernährung und zu wenig Bewegung identifiziert. So bewegen sich nur 54% der Deutschen ausreichend, das heißt mindestens 150 Minuten bei moderater Aktivität pro Woche, obwohl hierzu schon die tägliche Wegstrecke bis zur Arbeitsstätte, wird sie mit dem Fahrrad zurückgelegt, zählt. Im Vergleich zur letzten DKV-Studie mit diesem Hintergrund verschlechterte sich das gesundheitsfördernde Verhalten der Deutschen: 2010 konnten noch 14% der Befragten die Benchmarks erfüllen, dabei erreichten 60% (54% in 2012) der Deutschen die Mindestempfehlung bezüglich sportlicher Aktivität.

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Sollen Vereine die Kosten für Polizeieinsätze im professionellen Fußball tragen?

Von Professor Dr. Frank Daumann

„Deutscher Randalemeister 2011“- damit schmückten sich die bereits abgestiegenen Frankfurter Ultras am 34. Spieltag der Saison 2010/11 der ersten Fußball-Bundesliga. Eine Woche vorher hatten sie in der heimischen Frankfurter Commerzbank-Arena den Platz gestürmt und sich mit den Sicherheitskräften angelegt und diese tätlich angegriffen (Leppert & Durstewitz, 2011).

Jedes Jahr randalieren gewaltbereite Fans vor, während und nach Fußballspielen rund um sowie direkt in den Fußballstadien Deutschlands. Die Kosten für die Polizeieinsätze, die zwangsläufig entstehen, um die Sicherheit der Besucher der Spieler zu garantieren, trägt bisher der Steuerzahler. Die Polizeikosten, die sich allein auf ca. 115 Millionen Euro jedes Jahr belaufen (Hänel, 2011), werden somit nicht von Vereinen bzw. Stadionbetreibern getragen (o. V., 2010).

Aus ordnungsökonomischer Sicht stellt sich die Frage, ob ein solcher Staatseingriff gerechtfertigt werden kann, oder, ob Stadionbetreiber die entstehenden Kosten selber tragen sollten.

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Eine Prämie für Olympiasieger!

Von Professor Dr. Frank Daumann

Kaum sind die Olympischen Spiele beendet, diskutiert man in Deutschland über das Abschneiden der eigenen Sportler: Im Medaillenranking wurde, hinter Südkorea, "nur" Platz sechs erzielt. Auf den vorderen Plätzen hingegen sind die USA (1), China (2) sowie das Vereinigte Königreich (3) zu finden. Sind 11 Goldmedaillen (insgesamt waren es 44 Medaillen für Deutschland), die bei den diesjährigen Spielen auf 392 angetretene Athleten kamen, also zu wenig als Gegenleistung für die staatliche Sportförderung?

Natürlich lässt sich diese Frage nicht einfach beantworten, zumal hier ein starker normativer Aspekt mitschwingt. Tatsache ist jedoch, dass die Sportförderung einen Einfluss auf die Leistung der Athleten hat. Obwohl gute Gründe gegen eine staatliche Förderung des Spitzensports sprechen, soll in diesem Beitrag nicht noch einmal diese Problematik diskutiert werden.

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Die Fußball-Europameisterschaft ante portas

Mehr Wettbewerb für die internationalen Sportverbände und ihr „Kernprodukt"!

Prof. Dr. Frank Daumann zur externen Einflussnahme auf Ligen

Gegenwärtig steht bei der Fußball-Europameisterschaft weniger die sportliche Berichterstattung, sondern vielmehr die Vergabepolitik durch die UEFA an die Ukraine (und Polen) im Vordergrund. Insbesondere die Behandlung der Oppositionspolitikerin Julija Timoschenko hat zahlreiche Politiker veranlasst, entsprechende Reaktionen und dabei u. a. auch einen sportlichen Boykott oder eine Verlegung der EM nach Deutschland oder Österreich zu fordern.

Bei der UEFA (oder der FIFA) handelt es sich um einen internationalen Verband, der im Sinne einer external governance Einfluss auf Ligen bzw. Sportsysteme ausübt. Derartige internationale Verbände existieren in einem Großteil der Sportarten – zum Beispiel im Basketball (FIBA), im Baseball (IBAD) oder im Eishockey (IIH); auffällig dabei ist jedoch, dass der Einfluss dieser internationalen Verbände auf die Ligen unterschiedlich stark ausfällt.

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Ist Sport ein globales öffentliches Gut?

Von Professor Dr. Frank Daumann

Dass Finanzstabilität kein Problem ist, das sich noch auf nationalstaatlicher Ebene managen lässt, ist spätestens seit der Finanzkrise ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Das Phänomen der Globalisierung, also der weltweiten Verflechtung und Verdichtung globaler Beziehungen, vorangetrieben durch den technischen Fortschritt im Bereich der Kommunikations- und Transporttechnologien, hat nicht nur Auswirkungen auf den Bereich der Politik oder Wirtschaft. Auch der Sport unterlag in den letzten 20 Jahren einem Wandel, obwohl spätestens mit Anbeginn des Konzepts der Olympischen Spiele (1896) von ersten internationalen Tendenzen gesprochen werden kann (Bour und Gouget, 2006).

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Pflichtversicherung für junge Berufssportler

Sollten sich junge Berufssportler pflichtversichern müssen?

Ökonomische Überlegungen von Professor Dr. Frank Daumann

Erst vor kurzem schlug die Spielergewerkschaft der Vereinigung für Vertragsfußballer (VdV) Alarm. Laut neuesten Erkenntnissen würden nur zehn Prozent der Profi-Fußballer für ihr Karriereende Vorsorge treffen, jeder Vierte würde nach dem Ende der aktiven Laufbahn sogar vor dem Nichts stehen (siehe auch Daumann & Römmelt 2009).

Obwohl alle jungen Sportler, die darauf hoffen, den Sprung in den professionellen Sport zu schaffen, wissen, dass auch ihr Karriereende irgendwann bevorsteht, bildet sich kaum ein junger Sportler für diesen Lebensabschnitt aus. Dabei kann das Karriereende gerade im Profisport als unvorhersehbar gelten und auch den noch jungen Sportler verletzungsbedingt treffen. Ein prominentes Beispiel in diesem Zusammenhang ist Thomas Brdaric: 2006 zog sich der damals 31-Jährige während eines Bundesligaspiels eine Verletzung am Knie zu, die ihn dazu zwang, seine Karriere zu beenden. Im Gegensatz zu vielen anderen Profis hatte er sich allerdings gegen Berufsunfähigkeit versichert und bekam aufgrund seines, durch die Verletzung eintretenden Karriereendes, rund 1,5 Millionen Euro Prämie ausgezahlt.

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Frauenfußball-WM und das Gehalt der Fußballspielerinnen

Professor Dr. Frank Daumann kommentiert die Gehaltsunterschiede im Fußball zwischen Männern und Frauen

Vom 26. Juni bis 17. Juli 2011 fand in Deutschland die Frauenfußball-Weltmeisterschaft statt. Sie wurde in 200 Ländern übertragen, wobei sie in Deutschland in der ARD, im ZDF und in Eurosport zu sehen war. Insgesamt scheint der Frauenfußball in Deutschland an Attraktivität zu gewinnen, was an diesem gestiegenen Medieninteresse und der mittlerweile recht hohen Mitgliedschaft von Frauen im DFB deutlich wird. So hat der DFB rund eine Million weibliche Mitglieder, von denen fast 700.000 aktiv Fußball spielen. Erkennbar wird diese zunehmende Attraktivität des Frauenfußballs auch daran, daß die im Spielbetrieb teilnehmenden Juniorinnen-Mannschaften von 3.400 Teams im Jahre 2004 auf 6.267 Teams im Jahre 2006 angestiegen sind.

Insgesamt kann somit folgendes diagnostiziert werden: Sowohl die aktive Ausübung von Fußball bei Frauen als auch der passive Konsum von Frauenfußball in Form von Stadionbesuchen und Einschaltquoten bei Übertragungen erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Gleichwohl ist dieses Ausmaß, das der aktive und passive Konsum von Frauenfußball genießt, ungleich geringer als dies im Herrenbereich der Fall ist. Gleiches gilt im Übrigen auch für Profisportler in anderen Bereichen. Zumindest in Deutschland können Basketballer, Eishockeyspieler, Handballer oder Radprofis von den Gehältern im Herren-Fußball nur träumen.

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